Bestattungen international

Andere Länder – andere Sitten

Die Bestattungskultur wird immer vielfältiger. Insbesondere die Medien stellen gerne neue, außergewöhnliche Bestattungsarten vor. Im Ausland sind zahlreiche Bestattungspraktiken (bereits) erlaubt, die uns nur staunen lassen. Nachfolgend geben wir einen kleinen Einblick mit Links zu weiterführenden Informationen. Und unter AKTUELLES stellen wir immer wieder eine Auswahl an Medienberichten rund um die heutige Bestattungskultur vor.

Wer mehr erfahren will, kann hier Kontakt zu den Bestattungsfachverbänden im Ausland aufnehmen.

 

Flagge Österreich

 

In Österreich ist es erlaubt eine Urne zuhause zu verwahren, wenn der Vermieter und die Mitmieter informiert wurden. In Österreich darf die kremierte Asche auch auf einer Bergwiese verstreut werden. Eine Almwiesen-Bestattung ist in Deutschland untersagt.

 

 

Flagge SchweizIn der Schweiz bietet das Unternehmen Algordanza in Chur an, einen kleinen Teil der Kremationsasche zu einem Diamanten zu pressen. Die Schweizer Firma Mevisto in Kirchham bietet die Möglichkeit, den Verstorbenen in Saphire und Rubine zu verewigen (Edelstein- oder Diamant-Bestattung). In Deutschland hat sich FriedJuwel aus Bergisch Gladbach auf die Edelstein-Bestattung und Jewel Concepts aus Oelde auf Schmuckstücke spezialisiert.

Während bei der Edelstein-Bestattung ein Rosenquarz/Bergkristall o.ä. Edelstein „nur“ mit der Asche in Kontakt gebracht und energetisiert wird, wird für die Diamant-Bestattung tatsächlich etwas Asche aus der Urne entnommen und verarbeitet.

Zudem werden in der Schweiz eine ganze Reihe von Naturbestattungen angeboten: Baum-, Bergbach-, Bergwiesen-, Fels-, Flug-, Fluss-, See- und Gletscher-Bestattungen. Die Orte dieser naturnahen letzten Ruhestätten können erwandert, erstiegen oder per Hubschrauber erreicht werden. Der natürliche Kreislauf der Natur wird durch die Bestattung nicht gestört, da Kreuze, Grabsteine und sonstige Hinweise unterbleiben. Die Grabpflege liegt in den Händen von Mutter Natur.

Felsbestattungen können in einem extra dafür ausgewiesenen Areal in den Schweizer Alpen ausgeführt werden. Hierbei wird die Urne mit der Asche des/der Verstorbenen unter der Grasnarbe eines Felsens beigesetzt oder die Asche an einem Felsen verstreut. Die Bestattung kann an einem Gemeinschaftsfelsen oder an einem persönlichen Felsen erfolgen. An Stelle eines Familiengrabs kann auch ein Familienfelsen ausgewählt und alle Familienmitglieder an diesem Felsen beigesetzt werden. Mit Hilfe einer Koordinatenkarte wird es den Angehörigen ermöglich, den Ort jederzeit wiederzufinden und aufzusuchen.

Die Urnenbeisetzung oder das Ausstreuen der Asche an einem Gemeinschaftsfelsen kostet rund 400 Euro. Bei der Felsbestattung an einem persönlichen Felsen muss – je nach Felsgröße - mit einem Betrag zwischen 2.000 und 5.000 Euro gerechnet werden.

 

In unseren Nachbarländern Holland, Frankreich, Österreich, Schweiz und Dänemark werden Ballon-Bestattungen angeboten. Ein besonderer Ballon wird mit der Kremierungsasche und Helium gefüllt. Die Asche steigt in einem dafür ausgewiesenen Gebiet gen Himmel und in einer Höhe von ungefähr 20 Kilometern öffnet sich der Ballon und die Asche verstreut sich in alle Himmelsrichtungen. Begleitet von japanischen Himmelslichtern ist dies ein stimmungsvoller Weg der Abschiednahme.

Auch die Möglichkeit, selbst mit einem Fesselballon aufzusteigen und die Asche zu verstreuen existiert. Dabei können maximal bis zu 16 Personen an der luftigen Zeremonie teilnehmen.

Um eine Ballon-Bestattung in den Niederlanden durchführen zu lassen, wird die kremierte Asche des Verstorbenen von Deutschland in die Niederlande überführt. Jenseits der deutschen Grenze unterliegt die Urnenasche dem niederländischen Bestattungsrecht.

 

Flagge USADie USA sind auch in Sachen Bestattungen das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Es gibt keinen Friedhofszwang und Urnen können zuhause aufbewahrt werden. Mehr über den Arbeitsmarkt und die Löhne im Bestattungsgewerbe der USA finden Sie hier.

Immer wieder sind ungewöhnliche Bestattungsformen aus Übersee den hiesigen Medien eine Schlagzeile wert. So ließ sich Billy Standley in Merchanicsburg in Ohio in voller Montur auf seiner Harley-Davidson sitzend in einem extra dafür angefertigten Glassarg bestatten. DIE WELT berichtet Anfang 2014 darüber.

Das amerikanische Unternehmen Celestis in Houston/Texas bietet als bisher einziges Unternehmen Weltraum-Bestattungen an. Am 21. April 1997 gelangten innerhalb einer Weltraumbestattungskapsel mit Hilfe der Trägerrakete Pegasus XL erstmals 24 Mini-Urnen vom Luftwaffenstützpunkt Gran Canaria ins Weltall. Die Urnen wurden mit der Bestattungskapsel in einer niedrigen Erdumlaufbahn ausgesetzt.

Es geht immer nur ein kleiner Teil der Kremationsasche auf Reisen ins All. Der Rest der Asche bleibt in einer irdischen Urne zurück.

Die Bestattung in einer Erdumlaufbahn ist sehr aufwendige und kostet rund 500.000 Euro. Alleine die Mini-Urne für ca. 7 g Asche mit aufgedruckter Widmung kostet ca. 12.000 Euro. Der Rest fällt für den Abschuss der Bestattungskapsel an, die später wieder in die Erdatmosphäre eintritt und wie eine Sternschnuppe verglüht. Hinzu kommen dann noch die Kosten für eine übliche Urnen-Bestattung der restlichen kremierten Asche.

Bisher haben von dieser Bestattungsart z.B. folgende Prominente Gebrauch gemacht:

  • Raumfahrtpionier Krafft Ehricke (21. April 1997)
  • Raumfahrtpionier Gerard O’Neill (21. April 1997)
  • Star Trek-Schöpfer Gene Roddenberry (21. April 1997)
  • Astronom Eugene Shoemaker (7. Januar 1998)
  • Astronom Clyde Tombaugh (19. Januar 2006)
  • Astronaut Gordon Cooper (3. August 2008)
  • Raumschiff Enterprise-Schauspieler James Doohan (3. August 2008)

 Daneben können Urnen auch auf suorbitalen Höhenforschungsraketen mitfliegen. Sie kehren nach ihrer Mission aber wieder zurück zur Erde, sodass es sich nicht um Weltraumbestattungen i.e.S. handelt. Auf diese letzte Reise ging Scotty-Schauspieler James Doohan aus Raumschiff Enterprise am 28. April 2007.

Auch Mondbestattungen sind inzwischen möglich. Für rund 25.000 EUR fliegt ein Teil der Kremationsasche in einer Kapsel mit Widmung zum Mond.

Andere Anbieter schicken lediglich eine digitale Botschaft, Fotos und andere Informationen über Verstorbene ins All. 

Aus den USA stammt auch die Unterwasserbestattung, die als Form der Öko-Bestattung positioniert wird, weil sie weniger Flächenverbrauch beansprucht als eine übliche Beerdigung. „The Neptun Society“ schuf an der Küste Floridas das Neptune Memorial Reef. Aus der kremierten Asche, die aus Phosphaten und Carbonaten besteht, wurde ein Unterwasserbau erschaffen. Dieses künstliche Riff gilt als umweltfreundlich, da es Korallen und Meerestieren einen neuen Lebensraum bietet.

 

Die Kryonik wurde in den USA als Konservierung bei Tiefsttemperaturen (unter minus 125 °C) entwickelt, um eine spätere Wiederbelebung zu ermöglichen. Kryoniker gehen davon aus, dass die Medizin in Zukunft über Möglichkeiten verfügen wird, heutige Todeskriterien behandeln zu können. Durch den Kälteschlaf (die Schockfrostung) werden die Körper so erhalten, dass sie bei der richtigen Behandlung grundsätzlich weiterleben könnten.

Kryoniker halten einen Menschen erst dann für tot, wenn sich das Gehirn so weit zersetzt hat, dass die darin gespeicherten Informationen verloren sind und auch mit fortschrittlichster Technologie nicht wiederherzustellen sind. Dieser „informationstheoretische Tod“ soll – ihrer Theorie nach – erst einige Stunden nach dem klinischen Tod eintreten. Durch eine Schockfrostung, die möglichst unmittelbar nach dem Versterben erfolgen muss, könnten - dieser Hypothese nach - die Informationen gerettet werden. Für eine „kryonische Aufbewahrung“ (Einfrieren) sollen Kosten von bis zu 200.000 Dollar entstehen.

 

In Kanada, Großbritannien, Australien und in acht US-Bundesstaaten (in 17 US-Staaten laufen Zulassungsverfahren) ist die Alkalische Hydrolyse (Resomation) als Öko-Bestattung zugelassen. Der/Die Verstorbene wird bei diesem Verfahren in einem Edelstahltank in Kalilauge bei 170 °C eingelegt. Dadurch löst sich der Leichnam samt Sarg innerhalb von zwei bis drei Stunden auf. Es entsteht eine weitgehend rückstandslose und sterile Flüssigkeit, die in einer Abwasserreinigungsanlage nachbehandelt wird. Lediglich die verbleibenden Knochen werden gemahlen und zusammen mit der Flüssigkeit in einer besonderen, dafür vorgesehenen Urne bestattet.

Die Schotten Sandy Sullivan und Craig Sinclair haben diese Methode aus der Tierkadaver-Beseitigung für eine neue Geschäftsidee genutzt. Ihre flüssige „Bio-Kremierung" soll 85 Prozent weniger Energie gegenüber einer Feuerbestattung verbrauchen, erzeugt keine Toxine und Furane und verringert den Flächenverbrauch gegenüber der Erdbestattung.

 

Flagge SchwedenDie Promession stammt aus Schweden und gehört auch zu den Öko-Bestattungen. Sie ist jedoch bisher noch nicht zugelassen und steckt noch in der Konzeptphase. Die schwedische Biologin Susanne Wiigh-Mäsak hat das Verfahren entwickelt und mit ihrem Mann Peter die Firma „Promessa Organic AB“ gegründet. Bei dieser Bestattungsart wird dem Leichnam das Wasser durch eine Schockfrostung entzogen und dann eine Kompostierung vorgenommen, um die mineralischen Bestandteile abzusondern. Die Verstorbenen werden anderthalb Wochen bei minus 18 °C gekühlt, dann in minus 196 °C flüssigem Stickstoff gesteckt. Auf diese Weise werden dem Körper die etwa 70 Prozent Wasser entzogen, sodass der Körper versprödet und durch Rütteln zu etwa 30 Kilogramm Pulver zerfällt. Restwasser wird im Vakuum entzogen. Das dadurch entstandene geruchlose Pulver soll in einem kompostierbaren Sarg aus Mais- oder Kartoffelstärke beigesetzt werden. Innerhalb von zwölf Monaten wird sich - so die Erfinder - der Sarg und sein Inhalt zu Humus zersetzen und sich so wieder in den Naturkreislauf einfügen. Im Gegensatz dazu braucht der Verwesungsprozess bei einer Erdbestattung teilweise länger als 20 Jahre (Wachsleiche). Promession würde letztendlich den Flächenverbrauch für die Beisetzung verringern.

 

 

 

Grundsätzliche Kritik an der Aufteilung der Kremationsasche

Logos von ICF und BDBDie International Cremation Federation (ICF) und der Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) haben ethische Bedenken gegen die gewerbliche Nutzung von Teilen der Kremation. Für Sie gilt der Grundsatz:

„Die Asche einer Person ist grundsätzlich unteilbar.“

 

 

Weitere Bestattungsarten werden dieser Liste nach dem Bekanntwerden zugefügt.

Informieren Sie uns gerne über weitere Möglichkeiten.  Vielen Dank.

 

**Für die hier genannten Preise wird keine Garantie übernommen. Sie sind nur als grobe Richtwerte zu verstehen.